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Testbericht zum Benq Siemens S88

Design/Verarbeitung:

Organische Leuchtdioden gelten als die Display-Technologie der Zukunft. Bislang fand man OLED-Fenster jedoch nur in Form von kleinen Außendisplays, was sich mit dem Candybar-Gerät BenQ-Siemens S88 jedoch ändert – hier gibt es OLED pur! Dass das S88 ursprünglich taiwanesische Wurzeln hat, erkennt man am BenQ-Netzteil, das rein gar nichts mit dem Siemens-Stromspendern gemein hat. Das Design selbst ist nordisch kühl und betont schlicht, so dass es stark an ein Sony Ericsson-Handy erinnert. Die Verarbeitung ist insgesamt ordentlich gelungen, wobei sich der Akkudeckel aber allzu schnell löst.

Ausstattung

Bei der Ausstattung sticht das besagte große OLED-Display hervor. Durch diese organischen Leuchtdioden sehen Farben besonders satt aus. Größtes Plus ist jedoch, dass man selbst aus einem äußerst schrägen Blickwinkel noch Infos ablesen kann. Negativ hingegen: Bei direktem Tageslicht verdunkelt sich das Bild total, so dass man nichts mehr erkennen kann. Erwähnenswert beim Komfortpaket ist ferner die 2 Megapixel-Kamera, die sich intuitiv bedienen lässt und ausgesprochen gute Bilder knipst. Weitere Highlights: Bluetooth, MircoSD-Speicherkartenslot sowie ein Diktiergerät. Ein E-Mail-Client fehlt hingegen und auch Sprachwahl steht nicht auf dem S88-Programm.

Handhabung

Neben den bereits genannten Stärken und Schwächen des OLED-Displays kann die Handhabung unter dem Strich nur bedingt überzeugen, da der knapp bemessene Joystick sich auf Dauer als recht unbequem erweist und der Menüführung manchmal der optimale Fluss fehlt. Die T9-Unterstützung ist ferner nicht optimal gelöst, da beispielsweise das Umschalten von Buchstaben auf Zahlen zu umständlich ausfällt.

Ausdauer/Sprachqualität

Obwohl OLED-Displays eigentlich als besonders Stromsparend gelten, reagiert das S88 auffallend empfindlich auf das Nutzungsverhalten seines Besitzers. Während Wenigtelefonierer drei bis maximal vier Tage ihre Freude haben, müssen Vieltelefonierer bereits am zweiten Tag nachladen. Die Sprachqualität kann nur bei leiser Umgebung überzeugen, denn bei einem höheren Lärmpegel erweist sich das Mikrophone als nicht leistungsstark genug. krächzende Stimmen und dennoch eine unzureichende Verständigung sind die Folgen, wenn man die Lautstärke auf den Maximalwert anhebt.

Fazit

Quo vadis BenQ-Siemens? Bereits der ungewöhnliche Name S88 (es müsste eigentlich S81 heißen, schließlich handelt es sich um den ersten Produktionszyklus von „BS“) zeigt, dass dieser Funker mit fernöstlicher Geburtshilfe nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wenn es um die optimale Verquickung aus Siemens- und BenQ-Know How geht. So kann das OLED-Display seine Stärken leider nicht voll ausspielen, da die Akkuleistung schlichtweg zu mies ist. Die mäßige Handhabung und das eher dürftige Preis/Ausstattungsverhältnis sind weitere Schwächen.

tarifecheck.de / UR

Stand 10.10.2008
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