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Testbericht zum Sony Ericsson Xperia ion

Design/Verarbeitung:

Mit geballter Multimedia-Power visieren die Japaner mit diesem Modell die Smartphone-Spitze an. Was für ein Brett! Man erschreckt sich förmlich, wenn man das Ion aus der Verpackung holt, so groß und schwer ist das Smartphone. Okay, das rund 4,6 Zoll große LCD-Display erfordert nun einmal Platz, um die beeindruckende Auflösung von 1.280 x 720 Pixel – also HD-Qualität – anbieten zu können. Da auch Brillanz und Leuchtintensität stimmt gehört dieser Bildschirm in die vorderste Riege der Smartphone-Gilde. Einziger Schönheitsfehler: Das Display reagiert sensibel auf Druck, was in dieser Preisklasse eigentlich nicht passieren darf. Optisch bietet es die typischen Sony-Rundungen und eine präzise Verarbeitungsqualität, wobei aber kein Metall den Korpus ziert. Angesichts von bereits 150 Gramm wohl ein weiser Schritt.

Ausstattung

Die 12-Megapixel-Kamera mit beeindruckender 1.080 x 1.920 Pixel Maximalauflösung bei Videoclips (Full HD) bildet das multimediale Herzstück des Smartphones. Auffällig ist die enorme Geschwindigkeit und sehr gute Lichtempfindlichkeit, wodurch auch bei Kneipenlicht Schnappschüsse gelingen. Insgesamt wirken die Fotos aber farblich etwas übersättigt und vor allem bei Kunstlicht nimmt es der Knipser bei Schärfe nicht immer so genau. Unter dem Strich gehört die Kamera aber dennoch derzeit zu den besten auf dem Markt. Datenversand ist mit dem Ion zumindest theoretisch mit Maximaltempo möglich, denn es unterstützt HSPA+ beim Download in der höchsten Bandbreite - 42,2 MBit/s! Der Upload mit 5,8 MBit/s mutet dagegen fast schon bescheiden an. Übrigens: Das Xperia Ion wird in Deutschland leider nicht mit LTE-Unterstützung ausgeliefert. Dafür gibt es aber drahtfreie Verbindungen via DLNA und NFC. Alles super also im Datenverkehr? Nicht ganz, denn Bluetooth 2.1 und USB 2.0 sind beileibe nicht Technik neuester Stand. Das restliche Ausstattungsprogramm ist Android-Standard und sollte etwas fehlen hilft shoppen im App-Store.

Handhabung

Erstmals bei Sony ist das Betriebssystem Android 4.0.4 sowie das hauseigene Sony UI vorinstalliert. Großartige optische Unterschiede gibt es allerdings nicht. Dadurch finden sich Kenner von Android 2.3 schnell zurecht, sodass man die Strukturen und Personalisierungsmöglichkeiten zügig verinnerlicht hat. Unter der Haube ist eigentlich genügend Power vorhanden, dennoch schleichen sich immer wieder Unterbrechungen ein, da die Sensorfelder nur teilweise sofort reagieren. Es erfordert stets einen präzisen und kräftigen Druck, damit sie ihren Job verrichten. Im Alltag stört das des Öfteren. Das Schreiben von Texten auf dem großen Display gelingt durch die Qwertz-Tastatur hingegen einwandfrei. Auch das Surfen im Internet ist gut: Ladegeschwindigkeit, scrollen und zoomen, alles im grünen Bereich.

Ausdauer/Sprachqualität

Der Qualcomm MSM8260 Snapdragon Prozessor mit zwei Kernen und 1500 MHz Taktung klingt nach mächtig Dampf, wobei aber im Alltag das Zusammenspiel mit der Software nicht immer reibungslos abläuft, da hin und wieder Verzögerungen auftreten. Richtig düster ist das Kapitel Akkuleistung. Wenn man Always-on ist (was heutzutage fast schon Normalität ist), reicht der Saft gerade einmal für zwei bis drei Tage Rufbereitschaft – Sony hat nach wie vor ein Akkuproblem. Nicht viel besser ist die Sprachqualität. Der Gesprächsteilnehmer klingt nicht wirklich natürlich, sondern nicht selten verzerrt und blechern. Der Freisprecher ist zudem schlichtweg zu leise. Angesichts des großen Resonanzkörpers hätte da viel mehr sein müssen.

Fazit

Wirklich schade, dass die tollen Multimedia-Eigenschaften angesichts der gravierenden technischen Probleme relativiert werden. Der kurze Atem des Akkus und die mäßige Sprachqualität sorgen im Alltag für spürbare Einschränkungen. Hier muss der Hersteller dringend noch Forschungsarbeit leisten.

tarifecheck.de / UR

Stand 06.11.2012
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