EU-Roaming - wie geht es weiter ?

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r a g e
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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 05.10.2017, 15:47

Spusu - Entgeltbestimmungen
Gültig für Neukunden ab Oktober 2017

https://www.spusu.at/agb

Das inkludierte Roamingvolumen wurde bei einigen Tarifen kräftig gekürzt (z.B.: Spusu 17800 statt 3203 MB nur mehr 1000 MB).Nach Verbrauch des inkludierten Roamingdatenvolumens zahlt man 0.01 Euro je MB. Außerhalb der Pakets zahlt man
0,09 Euro je Minute, 0,064 Euro je SMS und 0,014 Euro je MB. mfg

r a g e
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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 06.10.2017, 09:21

Zur Erinnerung : Spusu hat letztes Jahr einen Wertkartentarif auf den Markt gebracht wo das MB 0,4 Cent (inkl.Steuer) kostet
und das obwohl der höchstmögliche Einkaufspreis in der EU bei 5 Cent (excl. Steuer) bzw. der tatsächlich bezahlte Durchschnittspreis bei ca. 1 Cent (excl. Steuer) je MB war. Dazu passt auch das Spusu bereits 2016 einen Antrag auf
höhere Endkundenpreise für das EU-Roaming gestellt hat obwohl noch nicht einmal die endgültigen Details bekannt und schon gar nicht beschlossen waren.
Bemerkenswert ist auch die negative Nettomarge im Endkundenroaminggeschäft. Diese beträgt für die IST-Periode (August 2016 bis Juli 2017) rund EUR -397.000,- und das obwohl man bis zum 14. Juni 2017 noch Aufscläge von 6 Cent je MB zum Inlandstarif verrechnet hat.

Der große Vorteil von Unternehmen wie Spusu (MVNO) ist das sie kein eigenes Netz haben und sich immer den "preiswertesten"
Netzpartner aussuchen können . Abgesehen das ein eigenes Netz hohe Kosten verursacht (siehe 3 die bis zur Übernahme von Orange keinen Gewinn machten) ist ein solches auch keine Garantie für Roamingeinnahmen von ausl. Mobilfunkern.

Für Spusu wäre es wohl sinnvoller sich auf das Inlandsgeschäft zu konzentrieren und so wie bei den Datentarifen auch bei den Sprach (Smartphone)-Tarifen auf das Roaming zu verzichten. Lieber den Spatz in der Hand als den K..... auf der Tür. mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 06.10.2017, 17:09

Statement: Erhebung von Roaming-Gebühren durch spusu

In den letzten Stunden wurde in Foren, Onlineportalen und anderen Medienkanälen darüber berichtet, dass die RTR dem Mobilfunkanbieter spusu einen Aufschlag auf Roaming-Gebühren genehmigt hat. Die teilweise lückenhafte bzw. einseitige Berichterstattung hat spusu nun veranlasst, darauf zu reagieren.

https://www.pressetext.com/news/20171006028

"Die gescheiterte Roaming-Verordnung, welche am 15. Juni in Kraft getreten ist, zwingt spusu 7,70 Euro (exkl. Mehrwertsteuer) pro Gigabyte bei anderen Providern einzukaufen. Der Verkaufspreis an den Endverbraucher liegt bei spusu lediglich bei 4 Euro"

Spusu erwartet sich anscheinend das sich die Großhandelspreise in der EU sich nach ihren Verkaufspreisen in Österreich richten sollen. Das ist ungefähr so als würde der Greißler ums Eck den Liter Bio-Milch um 40 Cent verkaufen und sich dann beschwert
das der Einkaufspreis bei 77 Cent (exkl. Mehrwertsteuer) liegt. mfg

Alexander
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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von Alexander » 07.10.2017, 08:15

Danke dir vielmals für das zusammentragen der Neuigkeiten von der RTR und deine kompetenten Kommentare dazu.

Den Vergleich mit der Biomilch finde ich allerdings nicht so passend.
1. Der Bau und Betrieb eines Mobilfunkes kostet sicher einiges an Geld. Zusätzliche Nutzer (zB Roaming Kunden aus einem anderen Land) erhöhen die Kosten nicht in so einem hohen Maß sondern die Infrastruktur wird besser ausgenutzt.
2. Mit der Roaming-Verordnung werden die Mobilfunkbetreiber gezwungen die Datennutzung in der EU (Freieinheiten allerdings “nur“ bis zur doppelten Menge die sich aus der Grundgebühr bei Roaminganbietern) zu den selben Konditionen wie im Inland anzubieten, auch wenn die Einkaufskonditionen im Inland wesentlich günstiger sind. Die Inlandspreise zu erhöhen würde diese weniger attraktiv machen. Die Datennutzung im Ausland zu deaktivieren, fände ich auch nicht so kundenfreundlich (auch wenn viele darauf verzichten können, ist es doch komfortabler das Internet auch in der EU nutzen zu können und kein WLAN suchen zu müssen.
3. Der Höchstpreis (der wohl effektiv nicht unterboten wird) für den Einkauf ist von der EU vorgegeben (und wird noch weiter sinken)

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 07.10.2017, 10:24

1. Zusätzliche Nutzer (Roamingkunden) hat nicht jeder österr. Netzbetreiber im gleichen Ausmaß. 3 wird wohl sehr wenige
Roamingkunden z.B. aus Deutschland in seinen Netz haben. Das liegt daran das T-Mobile in Österreich ein eigenes Netz hat,
Vodafone eine Partnerschaft mit A1 und bei O2 der "kleine Mexikaner" mitbeteiligt ist. Dazu kommt das sich die zusätzlichen Roamingkunden auf einige Regionen beschränken und das oftmals nur für wenige Monate.

Berücksichtigen muss man auch das österreichische Kunden im Vergleich zu anderen EU-Ländern einen hohen Datenverbrauch
(Platz 3 in der EU) haben was zu einen Ungleichgewicht führt (höhere Kosten für die eigenen Kunden im EU-Ausland und geringere Einnahmen von Gästen aus der EU in Österreich).

2. Es wird kein Mobilfunker gezwungen die Datennutzung in der EU zu den selben Konditionen wie im Inland anzubieten.
3 hat bereits 2014 die bestehenden unlimitierten Datentarife vom Roaming ausgenommen und hat mittlerweile auch andere Smartphone und Datentarife ohne Roaming zur Auswahl. Bei den Wertkarten von T-Mobile war das Datenroaming bereits zu
einer Zeit nicht möglich als die EU noch nicht einmal geplant hatte dies zu ändern. Mittlerweile hat auch A1 im Diskontbereich mit austrobob nachgezogen und bei Spusu gibt es keinen Datentarif wo Roaming möglich ist. Dazu kommen noch Anbieter wie eety & co. Außerdem werden bei Verlust (siehe Spusu und MTEL) höhere Roamingpreise genehmigt.

3. 2016 war der Höchstpreis in der EU für 1 MB mit 5 Cent (ohne Steuer) gedeckelt und hätte lt. EU-Beschluss von 2012 bis
zum 30.6 2022 Gültigkeit gehabt. Bezahlt wurden 2016 durchschnittlich ca. 1 Cent (ohne Steuer) und trotzdem brachte Spusu einen Wertkartentarif wo Roaming möglich war für 0,4 Cent je MB (inkl. Steuer) auf den Markt. Kein anderer Betreiber (MVNO) hat die Einzelpreise im Inland so weit unter den EU-Einkaufspreisen angesetzt wie Spusu. Für die Preisgestaltung bei Spusu kann man allerdings nicht die EU verantwortlich machen. Bemerkenswert ist auch das Spusu (Wertkarte) einen Aufschlag von
0,01044 Euro je MB genehmigt bekommen hat obwohl der derzeit höchstmögliche Einkaufspreis in der EU bei 0,00924 Euro liegt.

4. Der Vergleich mit der Biomilch sollte nur das (Preis-)Verhältnis mit anderen Branchen aufzeigen. Spusu ist am Mobilfunkmarkt nichts anderes als ein "Greißler" (nicht negativ gemeint).

5. Bestehende Spusu-Kunden sind von den Änderungen nicht betroffen, daher werden diese weiterhin für Verluste beim
Roaming sorgen. Die Frage ist ob man mit den neuen Tarifen viele Kunden gewinnen wird bzw. ob diese für eine positive
Marge sorgen werden ?

6. "Den Letzten beißen die Hunde"
Wie lange wird sich zB. HoT den Luxus von anonymen Wertkarten leisten können die beim Roaming alles andere als ein Gewinnbringer sind. Eine Gesprächsminute in der EU kostet mit HoT 3,9 Cent, während Spusu 9 Cent genehmigt wurden.
Hier besteht die Gefahr das sich viele einen preiswerteren Tarif (ohne Roaming) beim Mitbewerber kaufen und nur bei
Bedarf einen HoT-Tarif fürs Roaming zulegen. mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 11.10.2017, 08:06

Für einige Spusu-Kunden (Wertkarte) dürfte der RTR-Bescheid von Interesse sein. Spusu verlangte beim Datenroaming in der
EU zusätzlich zum Inlandspreis von 0,4 Cent je MB einen Aufschlag von 0,524 Cent je MB (insgesamt 0.924 Cent je MB).

Behörde: TKK
Datum: 18. 09. 2017
Kategorie: Rechtsaufsicht
Partei(en): Mass Response Service GmbH
GZ: R 2/17
Mit Bescheid vom 18. September 2017 hat die Telekom-Control-Kommission Mass Response Service GmbH die Einhebung eines zusätzlichen Entgelts im Vergleich zum inländischen Endkundenentgelt – entgegen Art 6a Roaming-Verordnung – für die Nutzung von Datenroamingdiensten bei ihren Wertkartentarifen untersagt.

https://www.rtr.at/de/tk/R2_17_Bescheid_031017

mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 18.10.2017, 12:20

Neues Angebot: Mobilfunker Hot treibt die Branche vor sich her

Für den Mobilfunker Hot läuft es rund. Der Diskonter konnte seit seinem Start im Jänner 2015 exakt 755.469 Kunden gewinnen. "Damit liegen wir weit über unseren gesteckten Zielen", sagte Firmenchef Michael Krammer am Mittwoch vor Journalisten. Zu seinen Kunden zählt er jene, die innerhalb der letzten 12 Monate ein Guthaben aufgeladen haben.

Im Sommer 2016 telefonierten Hot-Kunden im Auslandsurlaub im Schnitt sieben Minuten, heuer waren es 15 Minuten, rechnete Krammer am Mittwoch vor. Die verbrauchte Datenmenge hat demnach von durchschnittlich 24 MB auf 313 MB zugelegt. Und die Anzahl der Tage, an denen EU-Reisende Telekommunikationsdienste nutzten, hat von 4,6 auf 6,9 zugenommen.

So sehr er die Angleichung von Inlands- und Auslandstarifen begrüßt, so sehr hadert er mit den Gebühren, die sich die Anbieter untereinander bei der Nutzung des Netzes des Mitbewerbers bei Auslandstelefonaten verrechnen. "Während die Umsätze aus EU-Roaming um 55 Prozent gesunken sind, stiegen die Kosten um 315 Prozent", erklärte er. So weise die Kostenstelle "EU-Roaming" bei Hot einen negativen Deckungsbeitrag auf. "Wir haben in das Geschäftsmodell richtig eingezahlt", beklagt Krammer.
Er fordert, dass die Auslands-Zusammenschaltungsgebühren an jene des Inlands angeglichen werden – und hofft hier auf die Unterstützung der österreichischen EU-Parlamentarier, die diese Hilfe bereits auch zugesagt hätten.
MARKUS SULZBACHER - 18. Oktober 2017 - derstandard


OHNE WORTE :
"Auch bieten wir als einziger Anbieter eine Preisgarantie an. Wenn Tarife besser oder teurer werden, dann für alle Kunden", erklärt Krammer.
Die A1-Billigschiene "Yesss"! liefert sich mit Hot eine wahre Tarifschlacht – senkt Hot einen Tarif, dann zieht Yesss nach. A1 sieht in Hot und anderen Diskontern eine Bedrohung für sein Geschäft, da zahlreiche Kunden sich vom Marktführer in Richtung Hot verabschieden.

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 18.10.2017, 16:36

"Defizitgeschäft?"

Auf den ersten Blick schaut es so aus das Krammer mit dem Roaming einen Verlust erwirtschaftet. Dafür verdient T-Mobile um so mehr. Einerseits weil bei den eigenen Wertkarten (Klax, Telering und S-Budget-Mobile) das Datenroaming nicht möglich ist und Minuten/SMS nur mit Registrierung zum EU-Tarif möglich sind . Andereseits weil in vielen Ländern T-Mobile der Roamingpartner von HoT ist. In Deutschland ist T-Mobile der "Exklusivpartner".

Wenn man bedenkt das Deutschland auf Platz 2 bei den Urlaubsreisen der Österreicher liegt, es zahlreiche Grenzgäger gibt
und der "kleine Grenzverkehr" gar nicht so klein ist kann man sich ausrechnen wie die Kassa bei T-Mobile klingelt (vorausgesetzt Krammer zahlt tatsächlich die höchstmöglichen Roamingpreise). Dazu kommen noch die Nachbarländer Tschechien, Slowakei und Ungarn bzw. beliebte Urlaubsländer wie Kroatien, Holland, Griechenland usw. wo T-Mobile ebenfalls vertreten ist. mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 18.10.2017, 18:11

r a g e hat geschrieben:
18.10.2017, 12:20
Neues Angebot: Mobilfunker Hot treibt die Branche vor sich her

MARKUS SULZBACHER - 18. Oktober 2017 - derstandard
Ein Forenbeitrag von "Palazzo" der es gut trifft :

"Ich weiß nicht, aber dieser mediale Hype im Standard zu HoT ist mir persönlich unverständlich. Die Tarife sind verglichen mit anderen MVNOs nicht wirklich der Preisknaller und dennoch wird HoT als der ultimative Diskonter verkauft. Was zahlt Ventocom für diese ständig wiederkehrende Lobhudelei auf HoT?"

Nachdem seine "kritischen Beitröäge" schön öfters vom Standard gelöscht wurden habe ich mir erlaubt diesen hier herein zu kopieren. mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 20.10.2017, 14:01

WKO - Fachverband-Telekom: Schieflage für heimische Mobilfunkanbieter seit Roaming-Wegfall
Evaluierung der EU-Kommission unbedingt noch 2017 durchziehen, sonst droht nachhaltige Schädigung des heimischen Mobilfunkmarktes zu Lasten von Anbietern und Kunden

Wien (OTS) - Seit dem Wegfall der Roaming-Entgelte innerhalb der EU im Juni 2017, können Reisende zu denselben Bedingungen wie zu Hause Telefonieren und Surfen. Aktuelle Zahlen zeigen deutlich, dass diese neuen Freiheiten auch sofort aufgegriffen wurden: Insbesondere mobiles Internetsurfen ist seit Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sprunghaft gestiegen.

Während allerdings für Nutzer die Rechnung voll aufgegangen ist, zahlen heimische Mobilfunkunternehmen durch die neue Regelung drauf, da der EU-Gesetzgeber verabsäumt hat, im gleichen Ausmaß die Vorleistungskosten für heimische Mobilfunkanbieter im Ausland zu senken. Die Folge: Heimische Anbieter müssen bei jedem Download und Anruf im EU-Ausland bis zu fünf Mal mehr zahlen als im Inland, während die Endkundentarife gleichbleiben. „Dadurch subventionieren heimische Anbieter und Kunden den Mobilfunksektor in den Nachbarstaaten zulasten der Weiterentwicklung von Services im Inland,“ kritisiert Philipp Graf, Geschäftsführer des Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Gerade in Österreich - geprägt von starkem Wettbewerb im Mobilfunksektor und niedrigen Tarifen - wirke sich diese Schieflage negativ aus.

Deshalb müsse seitens der EU-Kommission die für die kommenden Jahre in Aussicht gestellte Evaluierung der Folgen - auf Basis der Erfahrungen im ersten Quartal nach Einführung von „Roaming like at home“ – unbedingt noch 2017 durchgezogen werden, sonst drohe eine nachhaltige Schädigung des heimischen Mobilfunkmarktes zu Lasten von Anbietern und Kunden, heißt es aus dem Fachverband. Ziel müsse es sein, die Einkaufspreise ebenso umgehend auf nationales Niveau „like at home“ zu senken. (PWK813/ES)

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Krammer berichtet das der durchschnittliche Verbrauch beim EU-Roaming auf 15 Minuten, 313 MB und einige SMS gestiegen ist. Das macht beim höchstmöglichen Einkaufspreis gerade einmal ca. 3 Euro (ohne Steuer) aus. Berücksichtigt man die Kosten die sich ein MVNO gleichzeitig im Inland erspart (wo der Durchschnittsverbrauch auch noch höher ist) bleibt nicht mehr viel an zusätzlicher Belastung übrig. Ärgerlich ist für alle Betreiber das man beim Roaming nichts mehr verdient.

Die "Schieflage" ist hausgemacht und verdanken wir einen Betreiber der vor Jahren das Datenaufkommen mit unl. Tarifen
und die Gesprächsminuten mit Guthaben in die Höhe getrieben hat. Die Folge war das für drei Netzbetreiber die Terminierungsentgelte im Inland zwischenzeitlich zum Verlustgeschäft wurden. So verwundert es auch nicht das ein Untermieter im Netz von 3 noch vor zwei Jahren ein höheres Terminierungsentgelt forderte.

In Deutschland war das Terminierungsentgelt vor 12 Monaten noch bei 1,66 Cent u. beträgt derzeit 1,10 Cent (Ö : 0,8049 ).
Ametsreiter : Die "mobilen Terminierungsentgelte" (MTR) seien in Deutschland mehr als doppelt so hoch wie in Österreich,
"wir schütten daher 10 Millionen Euro nach Deutschland aus". (APA, 06.10. 2014)

Zu guter Letzt sollte man auch berücksichtigen das Hutchison sein Netz zu extrem niedrigen Preisen untervermietet (Um die Bedenken nach Möglichkeit zu entkräften, habe man unter anderem bereits angeboten, das "3"-Mobilfunknetz auch virtuellen Netzbetreibern zu extrem attraktiven Bedingungen zugänglich zu machen.) und es nicht die EU war die beim Orange-Deal Hutchison die Bedingungen für die MVNO vorgeschrieben hat. Warum sollen also andere europäische Betreiber ihr Netz zu
österreichischen Preisen zur Verfügung stellen ? mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 26.10.2017, 12:23

Eine SIM-Karte für ganz Europa?
LINZ/BRÜSSEL. Telefonate ins Ausland sollen gleich viel kosten wie im Inland: EU-Abgeordneter Rübig will den Telekom-Binnenmarkt weiter vorantreiben, Netzbetreiber zeigen sich skeptisch.

Seit Mitte Juni dieses Jahres sind die teuren Handy-Telefonate vom EU-Ausland nach Österreich Geschichte. Mit der Abschaffung des Roamings ist auch das kostspielige Surfen/SMS-Verschicken im europäischen Ausland den Inlandstarifen angeglichen. Das sei nach jahrelangen Verhandlungen ein Schritt Richtung digitalem Binnenmarkt, jedoch nur ein erster, sagt der oberösterreichische EU-Abgeordnete Paul Rübig im Gespräch mit den OÖNachrichten.
Als nächsten Schritt will er die Anrufe von Österreich ins Ausland, die kein Roaming und daher nicht von der neuen Roaming-Verordnung betroffen sind, angehen. Diese Anrufe kosten jetzt genau so viel wie vor Mitte Juni.

Änderung vor Sommer 2019
"Ich sehe nicht ein, dass eine arme Oma mehr zahlt, wenn sie von Salzburg ihren Enkel in Freilassing anruft als wenn sie ihn in Vorarlberg anruft." Es gebe nur eine nationale Grenze dazwischen sowie keinerlei technische oder betriebswirtschaftliche Rechtfertigung für unterschiedliche Kosten in diesem Fall. Rübig will nach einer Initiative im EU-Parlament die EU-Kommission dazu bringen, das zu ändern. Von dort kämen positive Signale, sagt er. Er hält es für realistisch, diese Neuerung vor Sommer 2019 durchzubringen. Die europäischen Netzbetreiber seien – hinter vorgehaltener Hand – gesprächsbereit, sagt er.
Maria Zesch, in der Geschäftsführung von T-Mobile Austria für Privat- und Geschäftskunden zuständig, signalisiert im OÖN-Gespräch einerseits Verständnis, dass die Konsumenten hier eine klarere Regelung bräuchten. Andererseits habe die Abschaffung des Roaming einen rasanten Anstieg der Telefonie und Datennutzung aus dem Ausland – das Vierzehnfache Datenvolumen im Vergleich zum Vorjahr bei T-Mobile – gebracht, und das "trifft unser Ergebnis hart".

Viele Netzbetreiber haben in ihren Tarifen ein gewisses Kontingent an EU-Auslandsminuten bereits inkludiert – wie etwa auch T-Mobile bei allen Tarifen. Deshalb ist die Bedeutung dieser Angleichung für die Netzbetreiber eigentlich keine große Sache. Man werde sich den regulatorischen Vorgaben beugen, heißt es, wünsche sich aber eine Angleichung der Bedingungen in den verschiedenen EU-Staaten, etwa bei den Kosten der Frequenzvergaben.

100 Telekom-Firmen: Freie Wahl
Einen großen Schritt weiter will Rübig mit der nächsten Forderung gehen: Eine EU-weite SIM-Karte. "Ich will mit meiner SIM-Karte die freie Wahl zwischen den mehr als 100 europäischen Telekom-Firmen haben." So wie man jetzt seine Handy-Nummer von einem nationalen zum anderen innerstaatlichen Netzbetreiber mitnehmen kann, wünscht er sich eine Nummern-Portabilität in ganz Europa.
Ein Schwede soll sich eine SIM-Karte in Griechenland kaufen können, wenn er meint, das sei für ihn der beste Anbieter. Wie das mit den unterschiedlichen Einkommensniveaus der Bürger gehen soll bzw. mit den völlig uneinheitlichen Netzkosten der Betreiber (in Österreich kostet der Netzausbau aufgrund der Geografie zehn Mal so viel wie in den Niederlanden)? Die Preise würden sich angleichen, der beste Anbieter werde die meisten Kunden bekommen. "Unser langfristiges Ziel ist der digitale Binnenmarkt in Europa", sagt Rübig. In der nächsten EU-Legislaturperiode ab 2019 werde das "eines der zentralen Themen in Europa sein."

T-Mobile ist den Plänen einer einheitlichen EU-SIM-Karte gegenüber sehr skeptisch. Zesch fürchtet auf Grund der völlig unterschiedlichen Kostenstrukturen in den Ländern, dass der Wettbewerb zwischen den Telekom-Betreibern stark eingeschränkt würde. "Die Großen fressen dann die Kleinen."
Was sehr wohl kommen werde, sei die eSIM (embedded SIM). Das ist ein fest eingebauter Chip in elektronischen Geräten, der wie eine SIM-Karte den Nutzer im Netz eindeutig identifiziert und je nach Netzbetreiber, egal ob In- oder Ausland, ein- und umgeschaltet werden kann. Noch gibt es kaum Geräte mit eSIM, T-Mobile wird aber ab nächstem Jahr welche anbieten. Vor allem für das "Internet der Dinge" sei dies interessant. (Nachrichten.at - Ulrike Rubasch - 25. Oktober 2017)

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 02.11.2017, 09:38

HoT Faktor 64 - oder die Sorgen unserer deutschen Nachbarn beim Datenroaming außerhalb der EU :


Daten-Roaming bei Aldi Talk: Schweiz und EU nicht mehr gleichgestellt

Der Mobilfunk-Discounter Aldi Talk hatte die Roaminggebühren in Europa ja bereits im Frühjahr 2014 weitestgehend abgeschafft – also mehr als drei Jahre vor dem gesetzlich verordneten Termin in diesem Sommer. Der EU gleichgestellt wurden beim Telefonieren und mobilen Surfen damals die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island.

Nun jedoch fällt der Discounter gegenüber seiner früheren großzügigeren Regelung zurück und hat die neue „Ländergruppe 2“ mit genau einem Land eingeführt – nämlich der Schweiz. Wer also in Deutschland ein Internetpaket gebucht hat, in die Alpenrepublik fährt und die Warn-SMS mit den Tarifinfos nicht beachtet, der hat sein Prepaid-Volumen im Nu verbraucht. Da die Übertragung von 1 MB mit 24 Cent zu Buche schlägt, kann ein Guthaben von 20 Euro im LTE-Netz schon nach einer halben Minute aufgebraucht sein. Das ist zwar für die Betroffenen ärgerlich, der Discounter genügt damit aber den EU-Vorgaben.

Mit knapp fünf Euro für 500 MB Datenvolumen ist das Internetpaket jedoch deutlich kostengünstiger als die mengenbezogene Einzelabrechnung: Ohne Paket würde die gleiche Datenmenge dann nämlich 120 Euro kosten!

https://www.pcwelt.de/a/vorsicht-bei-da ... lk,3448533

Zum Vergleich : Der Diskonter Hofer (HoT) verlangt 15,36 Euro für ein MB in der Schweiz (Faktor 64) bzw. 7.680 Euro
für 500 MB (bei Aldi gibt es 500 MB für 4,99 Euro). Maximal 99 Cent zahlt man bei Aldi für ein MB Datenroaming weltweit.
mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von Boy2006 » 02.11.2017, 09:51

Vor den Zonen Roaming hatte Drei super Tarife in der Schweiz/ USA/ Kanada gehabt.
Unsere Netzbetreiber hatten immer schon horrende Roaming kosten besonders in Nord Amerika. Drei war der einzige der günstige hatte (von den Zonen Roaming).

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von r a g e » 04.11.2017, 09:36

Die Auswirkungen vom EU-Roaming sieht man bei den Wertkartenkunden von A1 in Kroatien. Hier werden schon seit Jahren
nur mehr Wertkarten gezählt die in den letzten drei Monaten aktiv waren. Dazu kommt das sich die Urlaubssaison mehr oder
weniger auf den "Sommer" beschränkt und die Kroaten nicht zu den Vielreisenden gehören.

Aktive Wertkarten :

2. Qu. 16 : 889.300
3. Qu. 16 : 986.400
4. Qu. 16 : 873.200

2. Qu. 17 : 879.100
3. Qu. 17 : 894.800

Die "Verluste" bei den Wertkartenkunden wird derzeit durch das gestiegene Roamingaufkommen der Gäste aus der EU mehr
als ausgeglichen. Wegen der noch "hohen Großhandelspreise" gibt es sowohl beim Umsatz auch als beim Gewinn im dritten
Quartal ein ordentliches Plus. Das wird sich allerdings in den nächsten Jahren mit sinkenden Preisen wohl verringern. mfg

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Re: EU-Roaming - wie geht es weiter ?

Beitrag von nwg-sat » 04.11.2017, 15:53

Roaming hin oder her ... kaufe mir in Kroatien jedes Jahr die LTE SIM für unlimitiete Daten da ich im Juli so um die 80GB in 3-4 Wochen brauche
__________________________________
Grüsse aus den Burgenland

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